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Schlagwort: Weingut Roth

Gemischter Satz – Weingut Roth in Wiesenbronn

Gemischter Satz – Weingut Roth in Wiesenbronn

Cuvée und Gemischter Satz

Es gibt d r e i Verfahren,  den Wein aus unterschiedlichen Rebsorten auf eine Flasche zu ziehen:

1. Assemblage: Unterschiedliche Rebsorten werden getrennt angebaut und geherbstet sowie separat  ausgebaut. Ein Verschnitt zum Cuvée erfolgt später.

2 .Gemischter Satz:  Unterschiedliche Rebsorten werden in getrennten Parzellen im gleichen Weinberg angebaut, gleichzeitig geherbstet und gemeinsam  vinifziert.

3. Gemischter Satz: Unterschiedliche Rebsorten werden zusammen in gleicher Parzelle in wahlloser oder gewollter Reihenfolge angebaut, gelesen, gekeltert und  vinifiziert.

Ursprüngliche Gründe für den An- und Ausbau eines Mischsatzes:

  • Minderung von Frostrisiken und Ernteausfällen
  • Unterschiedlichen Reife- und Säuregrade der Rebsorten sichern eine relativ  gleichbleibend gute Weinqualität .
  • Höhere Vielschichtigkeit des Weines
  • Früh- und spätreifende Trauben schaffen eine Balance zwischen den Öchslegraden
  • Die Biodiversität oder Artenvielfalt ist ausgeprägter als in Monokulturen

Die seit 300 Jahren bekannte Herstellungsmethode eines Mischsatzes ist in Deutschland  in Vergessenheit geraten. Einige innovative Winzer und Weinmacher lassen diese Tradition wieder aufleben.

Das innovative und traditionelle Weingut Roth in Wiesenbronn bewirtschaftet im Gewann Geissberg eine Mischsatzkultur mit den Rebsorten: Riesling, Silvaner, Weissburgunder und Traminer.

Wie im vorangegangenen Artikel “ Betonei und Mischsatz „ beschrieben, wurde der Traubensaft wagemutig  in einem eigens konzipierten Betonei mit neuen Zementen vergoren und ausgebaut.

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Verkostungsnotiz:

2012 er Unser gemischter Satz – Q.E.D.

Farbe: helles grüngelb

Nase: ausdrucksvolles und gleichzeitig filigranes Bukett. Frische fruchtige Aromen von Birnen, rotem Weinbergpfirsich und Grapefruit. Dezenter Hauch von Muskattrauben.

Geschmack: Am Gaumen trocken bei ausgewogenem Süße – Säure – Spiel. Das  Mundgefühl schenkt  einen lebendigen, fruchtigen und weichen Nachhall. Dieses weiche Mundgefühl rührt offensichtlich aus der Mineralität einer Keuperformation im Gewann Geissberg.

Analyse: 13,0% vol. alc.,  6,5 gr./l  Säure und 2,0 gr. / l Restzucker

Optik: 0,75 Bocksbeutelflasche mit Schraubverschluss

Preis:  € 15,– brutto.

Tipp: Raclette mit Wildschweinschinken, blanchiertem Gemüse und Kartoffeln

Q.E.D. Quod Errat Demonstrantum oder was zu beweisen war.

Eine herrliche Empfehlung, dieser Wein

dbafm
Betonei und Mischsatz – Q.E.D

Betonei und Mischsatz – Q.E.D

Wagemutig begann das Bio-Weingut Roth im fränkischen Wiesenbronn ,  mit dem Experiment, Wein in zwei eiförmigen Betonbehältern zu vinifizieren. Beim Rotwein wartet man noch  gespannt auf das Ergebnis. Der 2012er Weißwein aus einem vierteiligen Mischsatz  hat bereits gezeigt, dass es ein guter Weg zu einem außergewöhnlichen Tropfen ist. Mutig auch der Name des Weines:  „  Q.E.D – Quod Errat Demonstrantum „ – Was zu beweisen war.

Vinothek

Seit rund 150 Jahren wird Beton als Behältermaterial eingesetzt.  Die Fachwelt ist sich per heute bewusst, dass die neue Eiform aus Sichtbeton gewisse Vorteile aufweist:

  • Nach Claudius Ptolemäus bedingt die Eiform des Goldenen Schnitts  keinen toten Winkel. Somit kann sich der Wein während der Gärphase und Lagerung ohne Kanten und Ecken bewegen. Dies begünstigt eine Zirkulation der Weininhaltsstoffe  und die Aufnahme winziger Sauerstoffmoleküle werden positiv beeinflusst.
  • Durch die feinen Poren in der Betonwand dringt Sauerstoff im optimalen Verhältnis bis an den Wein. Ziel ist dabei ein besseres Wachstum der Hefen bei Gärbeginn und eine Polymerisierung und Stabilisierung des Weines bei der Reifung.

jedoch bestimmte Nachteile mit sich bringt:

  • Fragen auf die chemischen Reaktionen wie den Einfluss auf organische Säuren und den ph-Wert.
  • Einfluss auf Spurenelemente und Schwermetalle,  auf Alkali-/Erdalkali- und Anionen

(Siehe: Weinausbau im Betontank im Heft 25/11 das deutsche Weinmagazin)

Angela_BetoneiscalNach den Erfahrungen der ersten „Betonei-Pioniere“: auf dem Foto, Angela Mitschlich vom Weingut Meinklang im Burgenland, Weingut Ludwig Knoll , Weingut Sauer, wurden neue Zemente aus geeigneten Gesteinskörnungen zur Herstellung von Betonen entwickelt. Diese neue Zement-Generation setzt das Weingut Roth ein und macht dabei sehr gute Erfahrungen.

Die Erklärung zum Mischsatz erfolgt im nächsten Beitrag nebst einer Verkostungsnotiz des Q.E.D

Bvd