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Schlagwort: Roter Gutedel

Weinlese 2013 und Reifewerte im Markgräflerland

Weinlese 2013 und Reifewerte im Markgräflerland

das durch den Regen geprägte Wetter der vergangenen zwei Wochen kennen wir zur Genüge. Trotzdem haben wir im Vergleich zu anderen deutschen Weinbauregionen Dusel gehabt. So war heute am 13. Oktober 2013 ein wunderschöner Tag zum Herbsten, auch wenn es Sonntag war.

IMG_3670scal Dieser „R o t e r  G u t e d e l erfreut sich der warmen Sonnenstrahlen.

Die Reifemessungen vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg zeigen extrem abweichende Messergebnisse gegenüber dem Vorjahr.

Am Beispiel vom G u t e d e l am 30.9.2013:

Öchsle: 69 zu 74 in 2012

Säure:   7,9 zu 5,5 in 2012

 NOPA :  88 zu 130 in 2012

Die Kellermeister dürfen jetzt ihr Wissen abrufen, um diese von der Natur vorgegebenen Parameter umzusetzen. Es wird sicherlich bei einigen Rebsorten einen anderen Typ von Wein entstehen. Ich könnte mir beim G u t e d e l  vorstellen : ohne Anreicherung,  ein leichter, filigraner, lebendiger Tropfen, biologischer Säureabbau und nicht ganz durchgegoren.

Was mir persönlich nicht gefällt ist der niedrige NOPA Wert. Dieser Indikator „hefeverfügbarer Stickstoff“ ist wichtig für den Reife- und Gärverlauf.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat bereits bei den Rebsorten  G r a u b u r g u n d e r   und  S p ä t b u r g u n d e r  ab der Prädikatsstufe Kabinett in bestimmten Anbaugebieten in Baden die “ S ä u e r u n g “ zugelassen. Über die Erhöhung der Anreicherungsspanne mit Zucker wird am 14.10. 2013 entschieden werden. fiD

Herbst 2012 im Markgräflerland

Herbst 2012 im Markgräflerland

Obwohl in einigen Teilflächen kurz vor Reifebeginn noch tischtennisgroße Hagelkörner ihre zerstörerische Kraft zeigten, gab es einen insgesamt zufriedenstellenden Herbst im Markgräflerland. Die Trauben sind gelesen, gekeltert und sie durchlaufen momentan ihre Gärung bzw. die Umsetzung der Oechslegrade in Alkohol, Aromen, Säure und Kohlensäure.. Die Überreste aus der Traubenpressung sind zentral auf einem Feld zur Verrottung deponiert.

Nach dem Herbst ist vor dem Herbst. Schon jetzt wurde mit der Bodenbelüftung begonnen. Bei kurzstämmigen jungen Rebanlagen wird die Schar von beiden Seiten zum Rebstock hin gepflügt. Dies soll ein Schutz gegen kommende Kälte sein.

Am 22.10. fand ich tatsächlich ein noch nicht abgeerntetes Flurstück mit Roter und Weißer Gutedel. Lockerbeerig und kaum Fäulnis. Dafür knackige Beeren voller süßem, fruchtigen Saft. Um 45 ° Grad gedrehte vierkantige Ortgangpfähle aus Akazienholz halten die Drahtspannung aufrecht. Diese liebevoll gepflegte Rebanlage gehört dem ECOVIN Weinbaubetrieb Daniel Feuerstein in Heitersheim. Am 23.10. wird diese mit verschiedenen Gutedelklonen bestückte Anlage geherbstet. Daniel Feuerstein erwartet 80 ° Öchsle und damit einen Gutedel im Kabinettbereich. Wetten dass dieser Gutedel im Jahre 2013 Gutdel-Cupsieger wird ?

Zum Schluss meiner Weinbergstour komme ich auf dem Schilzberg an der nach ECOVIN Richtlinien gepflegten Rebanlage von Katharina und Matthias Pfefferle vorbei. Beide bewirtschaften das Weingut Schneider und betreiben die Schneider-Straußi in Heitersheim. Katharina ist Oenologin und Mathias studierter Architekt, jedoch seit ein paar Jahren als talentierter Quereinsteiger verantwortlich für den Weinbau. Nach drei Jahren der Umstellphase soll in  diesem Jahr  die ECOVIN Zertifikation erreicht werden.  An Schneider´s Reben hängen  Tafeln mit Angabe der jeweiligen Rebsorte.  Am Anfang und Ende der Parzelle wächst ein Rosenstock. In der Regel soll dieser als Frühwarnsystem zur Anzeige der Peronospora-Krankheit dienen. Jetzt erfreut des späten Wanderes Herz eine gelbe, duftende Spätherbstrose. Das Weingut gehört zur Weinmachergruppe der „Weingräfler“ . Tipp für die Straußenwirtschaft: immer Freitags: gegrilltes Forellenfilet mit feinstem Kartoffelsalat. Dazu ein Grüner Markgräfler Gutedel und / oder ein Sauvignon blanc >S<.

B:RfD