Namibia – Destille Naute Dam

Namibia – Destille Naute Dam

P1110491scalEs gibt sie noch,  die unbekümmerten Pioniere,  mit der Freude am praktischen Helfen. Mit ihrem Entwicklungs- Projekt „Gründung einer Destille“, zeigen drei Haudegen aus dem Markgräflerland den Menschen in Namibia  e i n e n  der möglichen Wege  zur unabhängigen Selbständigkeit.

Hansjörg Dengler

aus Wettelbrunn, ist ein Querdenker und hatte die Idee, ist Organisator und koordiniert das Ganze.

Hansjörg Fritz

aus Ballrechten–Dottingen, ist Techniker und selbständiger Unternehmer sowie 3-dimensionaldenkender Afrikafreak.

Frank Küchlin

aus Schallstadt, ist Edel-Destillateur vom Böttchehof

Spannende Auszüge aus dem Tagebuch von Hansjörg Dengler:

Bei  Naute Dam in der Nähe von Keetmanshoppe liegt eine grüne Obstplantage. P1110552scal

Hier gedeihen dank des Wassers aus dem Staudamm  exportfähige Tafeltrauben, Datteln, Kakteen und Affenorangen . Wegen Normfehler und vom Baum gefallenem Obst, können 50 Tonnen Früchte  pro Jahr nicht verwertet werden.

Bei einem  Besuch im Jahre 2011  auf dem Weingut Kristall in Omaruru  hatte ich Kontakt mit dem Besitzer Michael Weder . Ihn konnte ich mit der Idee überzeugen, das bislang nicht verwertete Obst zu maischen bzw. zu destillieren.  Anfang 2012 kam Michael nach Deutschland, um in Hohenheim 1e Woche einen Brennkurs zu belegen..

Anschließend besuchten wir Zulieferer für Maschinen, Brennereien ,Zubehör und Flaschen…daraus entwickelte sich der Start, um bei Naute eine Destille zu gründen.

Der erste Container wurde Anfang 2013  beladen mit 2 Destillen, Tanks, Pumpen, Schläuche…was man so benötigt…später wurden noch kleine Abfüllgeräte u. Filter dazu geordert…Glasballons u.s.w.

Der Container ging auf die Reise über Bremen – nach Walvis Bay , Namibia. …dort angekommen hat man sich entschieden doch ein Gebäude zu errichten , damit alles auch Hand u, Fuß hat.

Nach mehreren Telefonaten u. e-Mails machten wir Drei uns auf die Reise.

Angekommen am  10.12.13 um 16.oo Uhr…Besichtigung der Halle….nix aufgebaut nix drin…erster kleiner Schock—Afrika !!

 Jetzt kam ich als erstes zum Zug… Werkzeug, Wasserwage, Hubwagen besorgen

Arbeitsbeginn 11.12.13  7.oo Uhr Container ausladen—verladen auf LKW—-P1110544scal

Transport d. d. Busch zur Halle (noch unfertig…aber es wurde dran zeitgleich gearbeitet )

Nun schlug die Stunde des technisch begabten und  3- dimensionaldenkendem  Hansjörg Fritz ..alles war sortiert—9.oo Uhr…..1te Destille fertig 13.30 Uhr….

2te Destille wurde zeitgleich angeliefert …fertig 15.30 Uhr …was für ein Arbeitspensum….es waren zum Teil 16 Hände daran beschäftigt…

mit u. ohne Kenntnis ( bei den Einheimischen) an was da überhaupt gearbeitet wurde.

Strom war auch endlich da, Wasser auch mit Falldruck, in der Hoffnung, dass es reicht…und es reichte

Frank Küchlin, Edel-Destillateur startete jetzt die HEISSE FASE…Affenorange wird veredelt…läuft an mit 80%…spätesten jetzt merkten die Einheimischen nach dem Geruch nach um was es sich hier handelt…eine Brennerei !!! die Augen wurden größer, Mundwinkel zogen sich rechts und links hoch…P1110630scal

bei einer Temperatur um die 83 Grad in der Feinbrandkolonne und. 65% Destillat machten wir uns an die 2te Destille, worin wir Traubenmaische veredelten..

es ist jetzt 18.oo Uhr.. was für ein Tempo wo doch die Zeit in diesem Land keine Rolle spielt..typisch Deutsch, aber wenn’s läuft läuft’s u. alle hatten Spaß

Frank Küchlin und wir probierten und testeten den Vorlauf, um den richtigen Zeitpunkt abzutrennen.. Mittellauf auf hoher Qualität zu halten.. den Nachlauf frühzeitig abzutrennen ,Temperatur genau steuern…probieren , testen, verschiedene Fraktionen vergleichen…gleichzeitig den Verantwortlichen  die Technik der Brennereien und  die Sensorik  für das Destillat beizubringen, es war eine Höchstleistung von allen Beteiligten und spannend bis zum Schluss.

 Tagesende war dann 20.45 Uhr und alles war erfolgreich verlaufenP1110687scal

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Hansjörg & Hansjörg und Frank, allen Respekt und Höchstleistung was ihr drei da auf die Beine gestellt habt. Chapeau .

So wie ich euch kenne, habt ihr sicherlich einen Herzbrand aus Trauben  und Affenorangen im Köfferchen mitgebracht. Gerne würde ich zwei Verkostungsnotizen darüber schreiben….

Obwohl ich mit diesem Bericht indirekt „Werbung“ mache für Alkohol, wird im Land  erzeugtes Obstdochsinnvoll mittels Destillation verwertet, schafft Arbeitsplätze und der Brand braucht nicht aus dem Ausland importiert werden. Die Nachfrage nach heimischen Produkten steigt in der Gastronomie und bei den Touristen.

Über das Weingut Kristall in Omaruru habe ich in diesem Block am 20.4.2009 geschrieben unter Weingüter in Namibia“. Das von Helmut Kluge im Jahre 1990 gegründete Weingut wurde im Jahre 2008 an die deutsch-namibische Familie Weder übergeben.

dbms

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