Weinrallye # 64 – Prickelndes für den Sommer

Weinrallye # 64 – Prickelndes für den Sommer

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Prickeln ( engl.) to prick bedeutet stechen. Als Synonym verwendet,  bedeutet es : perlen – moussieren – sprudeln – .

An einem warmen Sommertag im Juni des Jahres 2007 saßen wir im Schatten eines Nussbaumes und freuten uns über das Leben bei  einer gekühlten Flasche Vinho Verde . Damals fragte ich: „warum trinken wir einen Wein aus Portugal, wo wir quasi in den Reben im Heitersheimer Maltesergarten leben und mit der Gutedeltraube ein solch leichter und lebendiger Wein herzustellen wäre“  ? .

 In dem talentierten Biowinzer und Weinmacher Daniel Feuerstein aus Heitersheim, fand ich einen mutigen Pionier, der die Idee von einem „leichten und moussierenden stillen Wein“ in die Praxis  umsetzte. Das Badische Weinmagazin schrieb damals: Badens Antwort auf Vinho Verde heißt: „Grüner Markgräfler“. Neuer Dateiname_48

Dieser geschützte Markenname steht für einen frischen, unbekümmerten, einfachen und dennoch filigranen Tropfen. Die Gutedel-Trauben unterliegen einer Ertragsbeschränkung von 75 kg / ar und werden von Hand gelesen. Der Gutedel erreicht seine physiologische Reife mit 70 – 74 Öchslegraden. Ohne Anreicherung mit Zucker  vergären die Hefebakterien den in den Trauben gespeicherten Zuckeranteil in Alkohol mit 10 % vol. Durch einen schonenden Ausbau wird die bei der Gärung entstehende endogene  Kohlensäure mit bis zu 1,7 gr. / l   im Wein gebunden. Zusätzlich werden bis zu 0,2 gr. / l   CO² imprägniert. Somit erreicht der  Stillwein etwa 1,9 gr. / l = 1 bar Kohlesäureüberdruck.

Seit dem Jahre 2008 gibt es im Markgräflerland die Weinmachergruppe der „Weingräfler“ . 300WinzerGruppeNeun

Diese hat sich aus acht Weingüter, einer kleinen Winzergenossenschaft sowie aus meiner Person formiert . Uns verbindet die Liebe zum Ländle und zu leichten, filigranen Weinen für unbekümmerten Genuss. Unser Ziel ist es, das Markgräflerland als liebenswerte Region bekannter zu machen. Aus diesem Grunde tragen unsere Spezialitäten die Bezeichnung: Grüner Markgräfler – Blauer Markgräfler – Rosa Markgräfler . Die neun Winzerbetriebe ordnen sich den Qualitätsvorgaben und einem einheitlichen Erscheinungsbild unter. Alle Schritte von der Weinlese über die Vinifizierung bis hin zur Abfüllung werden sorgfältig miteinander abgestimmt ab. Die Weine spiegeln die Vielfalt von Boden und Mikroklima wieder und sind geprägt durch die persönliche Handschrift des jeweiligen Weinmachers. Jeder von ihnen steht mit seinem Namen auf dem Rückenetikett und bürgt für seine Qualität.

Die Weinexpertin  und Sommelière Natalie Lumpp hat drei von insgesamt neun “Grüner Markgräfler” 2011er  getestet.

Weingut Wolfgang Löffler – Staufen – Wettelbrunn –

Ganz frisch, leicht, fruchtig und er duftet wie frische Kräuter und Melonen. Im Gaumen bekommt er mehr Minze, und er trinkt sich ganz leicht – ideal auch an heißeren Tagen. Ich empfehle ihn zum Spargesalat mit Cottage Cheese.

10 % vol. Alc.       4,4 g/l RZ        5,8 g / l Säure

Weingut Lämmlin – Schindler – Mauchen –

wirkt kerniger und bringt mehr den typischen Gutedelduft von Mandeln und Nüssen mit. Im Gaumen behält er alles, was er im Duft versprochen hat! Ganz prima zu den Spargeln mit Pesto und Ei.

10,0 % vol. Alc.      4, 7 gr / l RZ       5.8 gr / l Säure

Winzergenossenschaft Hügelheim

Und dieser 2010er Grüner Markgräfler hat den unglaublich grünen Duft von Äpfeln und Birnen. Im Mund kommen mehr kräuterige Aromen durch. Probieren Sie ihn z.B. zum gekräuterten Spargel im Wok oder zum grünen Spargel.

9,8 % vol. alc.     5,5 gr / l  RZ      5,8 gr / l Säure

Und  der Kommentar zum 2012er von Peter Ladinig – Sommelier

Spiegelt er wirklich die Idee?

Absolut! Dieser Gutedel zeigt sich in der Nase bereits frisch, fruchtig nach Erdbeeren, etwas Kräuter und Heu. Bereits alleine beim Aroma bekommt man bereits Lust auf den ersten Schluck. Am Gaumen präsentiert er sich frisch, leicht, aber dennoch nicht plump, sondern sehr aktiv. Das Spiel zwischen Säure, Alkohol und Frucht machen Spaß. Da greift man sehr gern zu einem weiteren Glas. Bei einem Alkoholgehalt von 10 Vol.-% ist dies auch kein Problem. Ich finde, er eignet sich sehr gut als Aperitif, und natürlich auch zum Sologenuss.

BW

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