Anbaustopp vor der Entscheidung

Anbaustopp vor der Entscheidung

Anfang Dezember 2012 in der EU – Ministerratssitzung. Es wird derzeit hin und her jongliert.

Ende September: Generaldirektor EU – Landwirtschaft: Silva Rodriguez: „keine Verlängerung Anbaustopp nach 2015. Es wird keine Explosion von Neuanpflanzungen geben“.

Anfang Oktober: EU – Argrarkommissar und Chef von Silva Rodriguez : Dacian Ciolos „Wein, ob mit oder ohne geografische Angabe bedarf der Regulierung“. d.h. Tafelweine in der Rheinebene wären nicht möglich.

Anfang Oktober: Landesargrarminister Alexander Bonde: „Warnung vor einer marktradikalen Lösung. Bei Wegfall des Anbaustopps sei der Weinbau in den Steillagen bedroht, weil eine Bewirtschaftung großflächiger Rebanlagen kostengünstiger sei und der Wein zu einem Spottpreis verkauft werden kann“.

diese Woche: Weinbauverbandsgeschäftführer Peter Wohlfahrt: „Setzt die EU ihren Plan um, dann steht auf den Flaschen „Deutscher Wein“ und der Inhalt dürfte kaum noch nach Wein schmecken“.

Kommentar: Ich denke nicht an eine merkliche Ausdehnung der Rebflächen, wenn Anbaustopp fällt.  Jeder Investor kalkuliert sein Projekt. Ein durchschnittlicher Erlös beim Faßwein von 0,91 € pro Liter ergibt  keine lohnende Rendite.

Was bleibt dem Winzer noch übrig, wenn im Einzelhandel ein Liter Gutedel für € 1.99 verschleudert wird ? Qualität mißt man demnach schon mit unter € 2,– pro Liter Qualitätswein.

Wir bewirtschaften in Deutschland ca. 9 % oder 9.000 ha Steillagen. Die Weine aus diesen Lagen müssen markttechnisch gesondert behandelt werden.

Der Klimawandel, vor allem bei uns im Markgräflerland, darf nicht unterschätzt werden. Schon heute sind vielfach Trockenschäden in Rebanlagen sichtbar. Vielleicht ist man eines Tages froh, dort Reben anpflanzen zu können, wo Wasser ist. Noch ist mir keine Versuchsreihe für Rebensorten bekannt, um die Parameter für einen Qualitätswein in der Rheinebene ermitteln zu können.

DDB

Kommentar verfassen