Aufhebung Anbaustopp – High Level Group

Aufhebung Anbaustopp – High Level Group

im Rahmen der Weinmarktreform wird wie beschlossen die Europäische Kommission die Aufhebung des Anbaustopps zum Jahre 2015 umsetzen. Eine Fristverlängerung für die im Jahre 1976 gesetzte Regelung soll es nicht geben. Das Europaparlament sprach sich erst im Juni 2011 gegen die Freigabe der Pflanzrechte aus, nachdem in den weinbauführenden Staaten die Verbände aufgewacht sind und interveniert haben. Finnland kam jetzt als 16. Staat zu den Befürwortern hinzu. Es ist anzunehmen, dass die nördlichen EU-Länder die Zusage haben, im Rahmen der globalen Wärmezunahme ein paar Hektar Reben anpflanzen zu dürfen – eine  Ausnahmegenehmigung zum Anbaustopp -. Andere Befürworter zur Beibehaltung der Pflanzenrechtsregelung, wie die romanischen Länder, scheren sich sowieso nicht um eine Flächenbegrenzung. Sie haben bereits in den letzten Jahren ihre Weinlandschaften um über hunderttausend Hektar erweitert. Außerdem stehen 300.000 ha Reservefläche zur Bepflanzung zur Verfügung.

Lediglich die Vertreter des europäischen Verbandes der Kellereien sind für die Aufhebung. Ihr Interesse liegt an einer gesicherten Menge, deren Charge ab 500.000 Litern beginnt. Diese Menge können wir in Baden kaum aufbringen, es sei denn, man geht den beschwerlichen und kostspieligen Weg wie Fritz Keller mit seinem Projekt für Aldi. Selbst hier sind die Preise mit € 5.99 für die 0,75 ltr. Flasche Weißburgunder und Grauburgunder in der oberen Preisklasse einzustufen, während ausländischer Flachland – Pinot für die Hälfte zu haben ist.

Am 19. April 2012 versammelt sich eine erstrangig besetzte High Level Group um den EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. Diese Gruppe soll eine durchführbare Lösung finden.

Insgesamt gesehen, sollte der Weinmarkt sich nicht nur mittels Reglementierungen und Förderprogrammen regeln, sondern  in erster Konsequenz über  Qualität, Menge und Preis.  Wenn die Qualität aus Hang- und Steillagen besser ist als aus Flachlandweinen, dann wird der Verbraucher dies über den Preis honorieren; oder die Masse der Verbaucher schaut nur auf den Preis und sie trinken halt so was wie Wein, Hauptsache schmeckt und billiger Alkohol ist drin.

pb:ld

Kommentar verfassen