Anbaustopp – Expertengruppe

Anbaustopp – Expertengruppe

27.1.2012 : EU – Argrakommisar Dacian Ciolos kündigte auf einer Pressekonferenz auf der „Grünen Woche“  in Berlin, die Entsendung einer hochrangigen Expertengruppe „High Level Group“ zum Thema Pflanzenrechte an.  Diese Gruppe beginnt ab März 2012 und erarbeitet Empfehlungen hinsichtlich einer klaren Entscheidungsbasis für oder gegen den Anbaustopp .

Die Überschussproduktion in Südeuropa betrug vor der Weinmarktordnung 12 Millionen hl Wein minderer Qualität. Der Ausweg war Destillation oder Wegschütten bei einem jährlichen Kostenaufwand von 1,3 Mrd. Euro. Während der neuen Weinmarktordnung  seit 2008  wurden 350.000 ha Rebflächen in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland gerodet.

EU-Mitgliedstaaten dürften mit einem Bestehen des Anbaustopps gut leben können, denn es stehen gute 300.000 Hektar Pflanzreserven zur Verfügung ; vorrangig in den zuvor genannten Ländern, in denen unterstützend gerodet wurde. Da kommt Österreich mit 7.000 ha Pflanzreserven noch bescheiden daher. Wieviel Reserven in Deutschland vorhanden sind ist nicht genannt. Die „HLG“ Expertengruppe soll das herausfinden und vor allem wie damit künftig umgegangen werden soll.

Ansonsten  könnte es so weitergehen, wie beispielhaft in den letzten Jahren geschehen:

  • die italienische Region Langhe,      die offiziell verkünden ihre Rebflächen zu erweitern und es auch tun
  • Ausdehnung der Anbaugebiete in      Bordeaux um 1 / 5 in den letzten 10 Jahren
  • in Spanien wurden massenhaft      neue DOS angelegt

 In diesem System sind in erster Linie die relativ korrekten deutschen Erzeuger und Vermarkter die Verlierer. Wie die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, ist die Erhaltung der Kulturlandschaft mit ihren 9ooo ha Steillagen sowie der Qualität der Weine und deren Preise nicht unmittelbar mit der Entscheidung über die Pflanzrechte verbunden.

Die KOM – Analyse vom November 2009 prognostiziert für 2015 / 2016 einen EU- Weinüberschuss von 7,4 Millionen hl. Bezogen auf eine Jahres-Gesamtproduktion von 136 Millionen hl.  sind das 5,4 %.

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