Anbaustopp oder Pflanzrechte beibehalten

Anbaustopp oder Pflanzrechte beibehalten

so der Tenor bei der Vortragsveranstaltung der Bezirkskellerei Markgräflerland in Efringen – Kirchen am 15.11.2011. Eingeladen hatten der BLHV Kreisverband und der CDU Bundestagsabgeordnete Armin Schuster.

Der EU-Agrarexperte Dr. Herbert Dorfmann aus Südtirol  machte deutlich, dass die gefürchtete Aufhebung des Anbaustopps für Reben, durch Auslaufen der Pflanzrechte ab 2015 , von allen  weinbautreibenden Staaten abgelehnt werden soll . Dazu bedarf es einer qualifizierten Mehrheit von 14 EU-Staaten und 253 Parlamentariern.  Man will versuchen eine Fristverlängerung bis zum Jahre 2020 oder 2025 zu erreichen.  Das System der Pflanzrechte aus 1976 gilt für eine Regulierung der Übermengen und damit einer Verhinderung von  einem Preis- und Qualitätsverfall. Man soll dieses System  nicht aufgeben, bevor man nicht sicher ist, dass man es nicht mehr braucht. Vor einer weiteren Entscheidung  soll das 2012 vorliegende Halbzeitergebnis ausgewertet und der Rat Anfang 2013 seine Bewertung zur Weinmarktreform vorlegen.

Die Befürchtungen der Weinbauern liegen darin begründet, dass mit der Aufhebung des Anbaustopps die  Kulturlandschaft der Reben mit ihren Hanglagen verschwinden und einen nicht wieder gutzumachenden Schaden in der Landschaft und im Tourismus  hinterlassen.  Zudem wird es durch den möglichen Anbau von Reben in der Rheinebene zu Qualitätsverlusten und zusätzlichem Preisverfall kommen.

Dr. Dorfmann monierte das Verhalten einiger Länder wie Italien. Dort wird die Anreicherung mit rektifiziertem Traubenmostkonzentrat aus öffentlichen Geldern gefördert. Alleinige Voraussetzung ist schlechtes Wetter in Italien. Und seit 1976 war in Italien immer schlechtes Wetter. Erst 2008 hat man diesen Unsinn gestoppt. Für ein genehmigtes Reben – Rodungsprogramm wurden Finanzmittel über eine Fläche von 90.000 ha genehmigt. Abgerechnet wurde eine Fläche von 175.000 ha.

Das Weinbaugebiet La Mancha in Spanien lebt überwiegend von Subventionen.

Die Verodnung 479 / 2008 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein wurde am 1.8.2009 in die einheitliche GMO 1234/2007 ( Gemeinsame Marktorganisation ) integriert. Durch unübersichtliche Zusammenwürfelung mit anderen Agrarprodukten führt dies zu einer Intransparenz der Brüsseler Weinvorschriften.

Die Redezeit von Dr. Dorfmann – ein sehr guter Referent – war meines Erachtens zu kurz bemessen. Eine anschließende Diskussion verlief ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen.

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