Gutedel – physiologische Reife 2011

Gutedel – physiologische Reife 2011

schaute man nicht auf die Oechsle °,  könnte heute am 26.8.2011 der Lesebeginn für die Gutedeltraube sein. Die physiologische Reife oder alkoholische und aromatische Reife ist in einigen Rebgärtem vorhanden. Diese ist maßgeblich für die innere Qualität des Weines. Das Zusammenwirken von Oechslegraden, Säure- und ph-wert, Färbung der Beerenhaut, Elastizität des Fruchtfleisches, Reifezustand der Traubenkerne und das Aroma der Beeren selber bestimmen den Lesezeitraum der Trauben. In den romanischen Ländern nennt man das Maturation.

Leicht lassen sich die Kerne vom Fruchtfleisch lösen und werden durch die Oxidation  bräunlich.

Noch zu sehr schaut man durch den Refraktometer auf möglichst hohe Oechsle ° um einen entsprechend höheren Alkoholgehalt zu erzielen. Neue Mess- und Analysewerkzeuge wie das G r a p e – S c a n  – V e r f a h r e n geben Aufschluss zur Beurteilung des Reife- und Gesundheitsgrades von Trauben und dem Most. Siehe den Artikel über die physiologische Reife. Trotz moderner Verfahren muss letztlich der Winzer und Weinmacher den Beginn der Lese mit ihrer Erfahrung bestimmen.

Speziell aus der Gutedeltraube kann man filigrane, fruchtige und leichte Weine gewinnen, wenn man nicht auf zu hohe Oechsle schaut. So ergeben 74 Oechsle 10,0 % vol. alc. Das zur Gruppe der Weingräfler gehörende Weingut Schneider in Heitersheim erzeugte mit dem Jahrgang 2010 den wohl leichtesten trockenen Gutedel, ein Grüner Markgräfler   mit 9,3 % vol. alc.  Ein frisches und lebendiges Weinvergnügen.

Hinsichtlich der derzeit hageltypischen Witterung ist ein früherer Lesebeginn geboten, wenn die physiologische Reife vorhanden ist. Oechsle ° sind dann von untergeordneter Bedeutung. Außerdem sinken bei zu warmen Nächten die Säurewerte bzw. erhöhen sich die ph-werte. Wie in den Jahren´2003 und 2009 ist die Zugabe von Weinsäure erlaubt.

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