Weingräfler – Rosa Markgräfler

Weingräfler – Rosa Markgräfler

Weingräfler starten in die neue Saison

Mit Markenweinen die Region bekannt machen

STAUFEN. Mit der Präsentation eines spritzigen Rosés haben die „Weingräfler“ ihre vierte Saison eröffnet. Der Verbund von acht Weingütern und einer Winzergenossenschaft will das Markgräflerland weinkulinarisch als Marke etablieren. Das gelingt immer erfolgreicher – da bleibt sogar noch etwas für einen guten Zweck hängen. 2 000 Euro für die Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt Staufen konnte Staufens Bürgermeisterstellvertreter Helmut Zimmermann am Freitagabend von den Weingräflern in Empfang nehmen.“Wer kennt in Hamburg schon das Markgräflerland?“ Für einen leidenschaftlichen Markgräfler wie Berthold Willi ist das eine schmerzliche Frage. Oder sollte man sagen: Es war eine schmerzliche Frage? Denn der Heitersheimer wollte sich nicht damit abfinden, dass Hebels „Paradiesgarten“ ein Schattendasein fristen muss. Wein als Botschafter für das Markgräflerland – dieser Grundgedanke liegt nahe. Und doch hat Willi eine Idee mit besonderem Charme daraus gestrickt, die, wie er betont, in dieser Form in Deutschland einmalig sei – und die immer erfolgreicher funktioniert.

Berthold Willi, selbst kein Winzer, dafür Weinfreund und Weinfachmann, hat mit seinen weinerzeugenden Mitstreitern einen Spagat gewagt: Sie kreieren Markenweine – es gibt den Grünen, den Blauen und nun eben auch den Rosa Markgräfler –, die alle ein spezifisches Geschmacksbild aufweisen sollen. Und doch werden die Weine der einzelnen Erzeuger nicht in einen Topf geschüttet, sondern von jedem Winzer separat gemacht, so dass auch eine gewisse Individualität erhalten bleibt. Die Grundregeln freilich sind klar – und die lauten zusammengefasst: Trauben von hoher Qualität sollen einen leichten, spritzigen Wein erzeugen, der mit einem Hauch von Kohlensäure vor allem in der warmen Jahreszeit zum Genuss wird. Inspiration, so Willi, war der portugiesische Vinho verde, dessen Bezeichnung „grün“ weniger auf die Farbe des Weins abzielt als vielmehr auf seine Jugendlichkeit.Angefangen haben die neun Erzeuger, die sich von Lörrach-Tüllingen bis Ebringen quer über das ganze Markgräflerland verteilen, 2008 mit einem – wie sollte es anders sein – Gutedel. Der Grüne Markgräfler wurde schnell zum Erfolg, sicher nicht nur wegen des Inhalts der Flasche, sondern auch aufgrund des klaren, zeitgemäßen Designs. Etwas weniger rund, gibt Berthold Willi zu, lief der Blaue Markgräfler, ein leichter Spätburgunder. Was wohl vor allem damit zusammenhängen dürfte, dass viele Genießer mit Rotwein eine gewisse Schwere verbinden, und es sich noch nicht genügend herumgesprochen hat, dass ein leichter Roter, gut angekühlt, eine überaus feine Sache zum Beispiel bei einem Grillabend sein kann. Mit dem jüngsten Kind, dem Rosa Markgräfler, dürfte man nun wieder einen Verkaufsschlager im Sortiment haben – liegen Rosé-Weine doch gerade im Trend. Mit insgesamt 27 000 Flaschen hat man angefangen, in diesem Jahr sollen 90 000 flüssige Markgräfler in den Verkauf gelangen. 

Die Weingräfler haben sich, wie Willi berichtet, über die Erzeugung ihrer Markgräfler hinaus inzwischen zu einer harmonischen Gemeinschaft entwickelt. Man treffe sich regelmäßig, lerne voneinander und tausche sich über innovative Ideen für Weinberg und Keller aus. Dass es um mehr geht als um Wein, machte auch Heidi Schwarz-Schindler vom Mauchener Weingut Lämmlin-Schindler am Freitagabend im Stubenhaus deutlich, als sie die Präsentation der Erzeuger mit der Idee verband, diese auf einer ausgedehnten Fahrradtour (zur Not auch per Auto) durchs Markgräflerland zu besuchen und dabei die Schönheit der Region zu erfahren.

Weil die Weingräfler mit Herz Markgräfler sein wollen, zwacken sie zudem von jeder verkauften Flasche ein paar Cent ab, die an wohltätige Zwecke gehen sollen, die ebenfalls mit der Region verknüpft sind. In diesem Jahr dürfte die Wahl nicht so schwer gefallen sein – 2 000 Euro hatten die Winzer für die Stiftung zur Erhaltung der Staufener Altstadt im Gepäck. Bei der Übergabe erklärte Stephanie Schlumberger vom Laufener Weingut Rainer Schlumberger: „Staufen hat für uns Markgräfler einen unschätzbaren Stellenwert. Wie oft hat jeder von uns auf Weinmessen schon gehört: Ach, Sie kommen daher, wo Staufen ist … Staufen ist das, was wir auch von unseren Weinen gerne hätten: Staufen ist in aller Munde – und das nicht erst seit dem Herbst 2007.“Info: Die Weingräfler – das sind die Weingüter Mißbach (Ebringen), Löffler (Wettelbrunn), Schneider (Heitersheim), Rieger (Betberg), Rainer Schlumberger (Laufen), Lämmlin-Schindler (Mauchen), Zimmermann (Schliengen), Ruser (Tüllingen) sowie die WG Hügelheim und Berthold Willi als Koordinator. Infos im Internet unter http://www.weingraefler.de

Entnommen aus der Badischen Zeitung vom 13.4.2011. Bericht Huber

Kommentar verfassen