Aufhebung des Anbaustopps im Weinbau – eine Chance?

Aufhebung des Anbaustopps im Weinbau – eine Chance?

Chance für ein Markgräfler – Rheinland ??

Der bis 2015 geltende Anbaustopp kann möglicherweise bis 31.12.2018 verlängert werden.

Der Deutsche Weinbauverband und die Weinbaubetriebe hätten sich immer wieder für den Erhalt des Anbaustopps, der seit 1976 gilt, ausgesprochen. „Die Kommission hat die Entscheidung gegen die Winzer getroffen“, Mit der Reform der EU-Weinmarktordnung könnten Winzer ab  2015 auf neuen Flächen ohne spezielle Genehmigungen Reben anpflanzen. Eine Festlegung, wie viele Hektar ein Winzer bepflanzen darf, fallen ebenfalls weg.

Der Badische Weinbauverband um Peter Wohlfarth befürchtet:

  • den Verlust einer jahrhundertenalten Reblandschaft.
  • Negative Folgen für den Tourismus.
  • Ausländische Investoren strecken jetzt schon ihre Fühler aus und wollen  in einem  Falle auf 800 ha. Reben bepflanzen., günstig produzieren und auf das Etikett „Deutscher Wein“ schreiben dürfen.

Landrätin Frau Dorothea Störr-Ritter fordert ebenfalls die Beibehaltung des Anbaustopps für Weinreben. Sie befürchtet bei Freigabe:

  • eine Schwächung des Qualitätsweinbaues.
  • Hang- und Steillagen wären gefährdet
  • Weine mit einer geschmacklichen Authentizität wachsen nur in besonderen Lagen und nicht auf Ackerflächen, geeignet für Maisanbau

Aus meiner Sicht:

Jede negative Seite ist auch positiv mit Pro geladen.

  • Denken wir in unserem Markgräflerland an die verstärkt auftretenden Hitzeperioden. Die klimatische Veränderung hat schon längst begonnen. Es laufen auch wissenschaftliche Untersuchungen zu der Wasserverfügbarkeit in Baden-Württemberg.
  • Wir können inzwischen Trocken- und Stressschäden an bestimmten Rebsorten beobachten.  Gerade unsere geliebte Heimatsorte, der Gutedel, braucht einen feuchten Untergrund.
  • Nicht überall in der Vorbergzone betreiben wir einen sorgfältigen Qualitätsweinbau.  Totgespritzte Rebzeilen, voll entlaubte Traubenzonen animieren keinenfalls den Touristen zu einem Urlaub. Lesende Vollernter frühmorgens um 4 Uhr vermitteln nicht unbedingt ein Herbstgefühl.
  • Um den weininteressierten Touristen zu begeistern , bedarf es einer ergänzenden Weinbergpflege. Beispielhaft ist  die von Hans – Peter Schmidt beschriebene 10 er Charta. Nachzulesen in  Fachzeitschrift „Wein & mehr….“ Ausgabe Herbst /Winter 2010 . Zusätzlich sind Weinanimationen anzubieten.
  • In der Vorbergzone kann man selten bewässern. Also besteht die Notwendigkeit für bestimmte Rebsorten in das neue Markgräfler – Rheinland “ auszuwandern“. Menschen aus ausgetrockneten Ländern aus Afrika migrieren, das heißt sie wandern dorthin wo es Wasser gibt
  • Die besten Weine der Welt wie z.B. Pétrus im Bordeaux Gebiet oder Reben in der Region „entre deux meres“  – an den Flüssen Garonne und Dordogne – gedeihen auf Kies-Sand-Tonböden
  • Nutzen wir Markgräfler schon heute die Chance zur Veränderung. Prüfen wir die Bodenverhältnisse für Rebanlagen und die Rechtsbedingungen in einem FFH – Fauna-Flora-Habitat – Schutzgebiet.
  • Schaffung eines  Feldversuches auf geeigneten Böden mit entsprechendem Versuchsrebgut. Feststellung welche Rebsorten das Markgräfler-Rheinland-Klima vertragen; mit hohen Tagestemperaturen , Minus – Temperaturen in der Nacht und Nebel. Aber Wasser ab 6 Metern.
  • Überwiegend und aus topographischer Ordnung heraus steht ein Großteil der Markgräfler Reben nicht konform mit der Windrichtung aus Südwest,  sprich der Burgunder – Pforte.
  • Richtet man die Rebanlage in Windrichtung aus, so werden die Rebzeilen optimal durchlüftet, Unwetter prallen nicht breitseitig auf die Gewächse und Trauben. Die Sonneneinstrahlung ist mit dieser Ausrichtung am natürlichsten. Es bietet sich ebenso eine Zeilenbreite von 160 cm an. Natürlich ausgerichtete Beschattung.
  • Moderner Maschineneinsatz ist möglich und somit im Wettbewerb mit ausländischen Produkten von Vorteil.
  • Also veehrte Landrätin Frau Dorothea Störr-Ritter und lieber Herr Peter Wohlfarth, diskutieren und nutzen wir Einheimischen die sich bietende Chance zu einem neuen Markgräfler – Rheinland. …..bevor ausländische Weingüter es tun. Dem globalen Wettbewerb kann sich auch das Markgräflerland nicht entziehen.
  • Zudem sollten wir uns auf mehr Gemeinsamkeit in der deutschen Weinwirtschaft konzentrieren. Beginnen wir im Kleinen – im Markgräflerland –  und ohne gegenseitigen Neidgefühle. Ein gutes Beispiel geben die
  • Neun Markgräfler Weinmacher.

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