Biokohle – Anlage in Betrieb

Biokohle – Anlage in Betrieb

Europas erste Biokohle-Anlage ging am 15. April 2010 in Lausanne in Betrieb.

Die Firma Swiss-Biochar nutzt den natürlichen Prozess der pflanzlichen Photosynthese um der Atmosphäre CO² zu entziehen. Gleichzeitig wird Energie sowie Biokohle als effizienter Bodenverbesserer gewonnen.

Vor 2500 Jahren fand man heraus, dass sich Holz und Stroh zu Kohle verschwelen lassen. Damit konnte man so heiße Feuer entfachen, dass aus Erzen Eisen tropfte. Die Basis um Werkzeuge und Maschinen herzustellen. Viele Jahrhunderte wurde die Holzkohle auch als Bodenverbesserer genutzt. In Amazonien, Kenia, Japan, Skandinavien und Südfrankreich erkannten die Menschen in ihrem Umgang mit Holzkohle, den Fruchtbarkeitswert dieses Produktes, sobald sie es in der Ackerfurche einbrachten.

Im letzten Jahrhundert ging dieses natürliche bäuerliche Wissen verloren. Erdöl und synthetische Düngemittel hielten Einzug in unserer Agrarlandschaft.

Die Biokohle ist garantiert klimapositiv hergestellt und frei von öko-toxikologischen Substanzen.  Aus hochwertigem Hackgut sowie aus proteinreichen Kern- und Obstpressgut werden bei 400-450°C pyrolysiert, so dass die für das Bodensystem besonders wirksame Mikroporösität entsteht. Es wird empfohlen, die Biokohle im Verhältnis von 1:3 bis 1:5 mit reifem Kompost zu aktivieren. Es sollten 10 t Biokohle pro ha verwendet werden.

Biokohle entsteht durch erhitzen von Biomasse. Diese können sein Grünschnitt, Trester, und gehäckseltes Rebholz. Auch Viehmist eignet sich als Grundmasse.  Mit 400 Grad ° C und unter Ausschluss von Luft zerbrechen langkettige Kohlenstoffverbindungen welche die eigentliche Biomasse zusammenhalten. Den Vorgang bezeichnet man als Pyrolyse, bei der brennbare Gase und Biokohle entstehen. Von der Struktur her entsteht Grillkohle. Da hauptsächlich aus reinem Kohlenstoff bestehend, kann dieser auch nicht von Mikroroganismen abgebaut werden. Eingearbeitet in landwirtschaftliche Böden bleibt die Biokohle tausende jahre stabil. Dies ist eine ideale Gelegenheit, das von Pflanzen assimilierte CO² langfristig der Atmosphäre zu entziehen. Ein kleiner Schritt gegen den Klimawandel.

Hans – Peter Schmidt von Delinat und Mythopia in der Schweiz ist einer der eifrigsten und qualifizierten Pioniere auf diesem Gebiet.

Noch scheint der Preis oder Wert für eine Tonne Biokolhle hoch, aber er wird sich lohnen.a

Ab 5 tonnen Abnahme kostet 1 Tonne ca. 330.– Euro zuzüglich Fracht.

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