Spätburgunder Blauer Markgräfler

Spätburgunder Blauer Markgräfler

Ein kühler Roter für heiße Tage

so berichtet die Badische Zeitung in ihrer Ausgabe am 15. April 2010.

Zum „grünen“ Gutedel gibt es jetzt auch einen neuen Spätburgunder: „Blauer Markgräfler“.

MARKGRÄFLERLAND. Der Gutedel „Grüner Markgräfler“ hat einen Bruder bekommen, den Spätburgunder „Blauer Markgräfler“. Beide Weine zeichnen sich durch eine filigrane Machart aus, werden schonend vergoren, mit moderatem Alkoholgehalt trocken ausgebaut und gekühlt getrunken. Somit eignet sich der „Blaue“ auch als Sommerwein, was für einen Spätburgunder eher ungewöhnlich ist.

Ideengeber ist Berthold Willi aus Heitersheim. Gekeltert werden die Neuheiten von der Winzergenossenschaft Hügelheim und acht Weingütern zwischen Ebringen und Tüllingen. 2008 kam der „Grüne“ auf den Markt – ein Gutedel mit maximal 10,5 Volumenprozent Alkohol. Seit April gibt es „Blauer Markgräfler“ aus Trauben des blauen Spätburgunders. Er soll höchstens 11,5 Prozent Alkohol haben, was nicht immer erreichbar sei. Warum, erklärt Berthold Willi: „Man muss die physiologische Reife der Trauben abwarten, auch auf die Gefahr hin, dass die Öchsle steigen.“ Der blaue Markgräfler wird wie normaler Spätburgunder auf der Maische vergoren, erklärt Martin Schneider, Kellermeister der WG Hügelheim – mit dem kleinen Unterschied, dass die Maische zwei Tage vor dem Gären gekühlt wird, was den Prozess verlangsamt. Dadurch verringern und verfeinern sich die Gerbstoffanteile (Tanine), Traubenaromen lagern sich besser im Wein ein und die Trinkreife wird früher erreicht. Weil die Maische weniger bewegt und die Beerenhaut weniger ausgepresst wird, ist die Farbe kirsch- statt dunkelrot. Das harmoniert gut mit dem Geschmack nach sonnengereiften Kirschen. Die neun Erzeugerbetriebe haben sich eine Selbstkontrolle auferlegt, so Berthold Willi. Das beinhalte eine Ertragsbeschränkung.

Geherbstet werden sowohl die Gutedel- als auch die Spätburgundertrauben nur in ausgesuchten Parzellen. Sie kommen erst nach einer Jungweinprobe – mit externen Juroren – auf den Markt. Von jeder verkauften Flasche werden einige Cent zu Gunsten von Markgräfler Kulturgütern gespendet. Dieses Jahr übergaben die Weinerzeuger dem Markgräfler Museum in Müllheim 1000 Euro.

Bei neun Betrieben gibt es auch jeweils neun „Grüne“ und „Blaue Markgräfler“ Der Geschmack variiere, da jeder Wein die Handschrift seines Kellermeisters und seines Gewanns trage, wie Martin Schneider erklärt. Die WG Hügelheim baut derzeit rund sieben Prozent ihrer Gutedelflächen „grün“ aus. Mit Erfolg. Verglichen mit dem Vorjahr habe man die Produktion um 20 Prozent erhöht, so der Kellermeister. Ein gute Zukunft sieht Berthold Willi auch für den blauen Spätburgunder: „Dieser unbeschwert-leichte, gekühlte Rotwein könnte ein Sommertraum werden.“

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