Rebholz und CO² Reduzierung

Rebholz und CO² Reduzierung

Einsparung von 134.000 to CO² – Heizöläquivalent von 55 Millionen Liter aus deutschen Rebanlagen möglich. Jährlich.

Theorie einer möglichen Präventation von verschiedensten Rebholzkrankheiten durch gehäckseltes Einsammeln des Rebholzschnittgutes. Energetische Verwertung bei obigem Resultat.

Rebholz gehört zur Gruppe nachwachsender Rohstoffe.

Nicht nur unsere Markgräfler Reblandschaft ist mit verschiedensten Krankheiten infiziert  Esca,

Müller – Thurgau Anlage am 11.10.2009 im Heitersheimer Maltesergarten

Eutyypiose, Schwarzfleckenkrankheit, Roter Brenner, Panaschüre – Reißigkrankheit etc.  Teilweise schlummert hier eine Inkubationszeit von mehr als 5 Jahren. Welche Masse an kranken Rebzeilen haben wir  nach dieser Zeit ? Für die Mehrzahl der genannten und ansteckenden Bakterien- und Virenkrankheiten  gibt es noch keine Gegenmittel.

Ich gehe davon aus, dass wenn man das jährliche Schnittgut aus den Rebanlagen entfernt, sich mittelfristig eine Besserung einfinden wird. In den Ländern Frankreich, Spanien, Italien und sogar Herzegowina wird vor allem in Weingärten für Qualitätsweine das Schnittgut herausgelesen und überwiegend an Ort und Stelle verbrannt.

Heutige Praxis bei uns ist das Mulchen bzw. Häckseln des Rebholzes. Das Häckselmaterial verrotet anschließend  und bildet Humus in den Weingärten. Allerdings ist dieser Humus  von sich aus schon teilweise infiziert. Warum also am und im Boden lassen, wenn Sporen und Pilze durch den Wind ansteckend  weiterdriften? Bakterien und Viren sind Überlebenskünstler. Zudem erfolgt durch schwere Erntemaschinen eine Verdichtung im Bereich der Fahrspuren. Holz verottet unter Sauerstoffabschluss mit verdichtetem Boden kaum noch.

Gerne warte ich noch auf einen Termin beim Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg. Es wäre sinnvoll unter Federführung dieses renomierten Institutes und dem Esca-Spezialisten  Dr. Fischer, einen groß angelegten Feldversuch zu starten.  Dazu wird ein  bestimmtes Gebiet wie z.B. den Maltesergarten abgesteckt. Aus diesen Rebanlagen wird das Rebholz gehäckselt und gleichzeitig aufgesammelt. Die Häckselanlage stammt von der italienischen Firma Berti und wurde uns von Landmaschienen Mayer in Schliengen zum Test zur Verfügung gestellt.

Per Containerfracht wird das Rebholzschnittgut in einer Großfeuerungsanlage verwertet. In ein paar Jahren wird sich zeigen, ob der Feldversuch positive Ergebnisse hinsichtlich der Eindämmung der Krankheiten  bringen wird.

Fest steht, dass der energetische Versuch in einer Großfeuerungsanlage der Badenova ein gutes Brennwertergebnis abgeliefert hat. Die Ergebnisse stehen in vorstehendem Bericht.

Unsere Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Frau Ilse Aigner – verkündete in ihrer Eröffnungsrede am 22.1.2009 richtig eindrucksvoll: “ .. Ländliche Räume und ihre Bedeutung – heute und künftig, mit Visionen und lösbaren Vorstellungen, im Kleinen anfangen zu helfen, um die Schwierigkeiten der Weltgemeinschaft zu lindern.“. Das gesprochene Wort gilt.

Welches praktische Umdenken im Ministerium schon ein halbes Jahr später;

im  Schriftverkehr mit Willis Wein Idee. Zitat: „.. die energetische Nutzung von Rebholz ist auf Grund des begrenzt verfügbaren Potenzials eher als gering einzuschätzen…“ Das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe betrifft überregionale Forschungs- und Entwicklungsprojekte  im Bereich der energetischen Nutzung. Diese Nutzung von Rebholz ist derzeit auch als Nische, „Stand der Technik“.

Verehrte Frau Ministerin Aigner: Ab wann lohnt es  dann, sich für die Weltgemeinschaft einzusetzen? Unsere fossilen Wertstoffe gehen langsam zu Ende. Vielleicht lohnen sich angesichts dieser Tatsache auch 55 Millionen Liter Heizöl sowie eine CO² Reduktion von 134.000 to nicht mehr. Jährlich wohlgemerkt.

Vertrauen Sie auf uns, wir Markgräfler kämpfen weiter.

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