Erntedank 2009

Erntedank 2009

Vergessener Erntedank?

Allerorten lesen wir über einen Jahrhundertjahrgang 2009 beim Wein. Auch ich habe fast vergessen Danke zu sagen für die Einbringung aller Früchte in diesem Jahr. Liegt es daran, heuer nicht in Afrika gewesen zu sein, wo andere klimatische Bedingungen Ernten in dieser Fülle gar nicht zulassen? Wir ernten in Europa im Überfluss und müssen wegen qualitätsfördernder Praxis sogar Trauben abschneiden und wieder der Erde überlassen.  Obst und Gemüse fallen durch den EU-Trichter; zu klein, fleckig und keine auf das Grad gekrümmte Gurken erzählen nur beispielhaft das Ende ihres Nichtverzehrtwerdens.

Die katholische Kirche begeht seit dem 3. Jahrhundert das Entedankfest. Die evangelische Kirche feiert dieses Fest seit 1773. Beide Kirchen beklagen ein nachlassendes Interesse ihrer Kirchgänger.  Auch eine Tatsache von gewissem Wohlstand und Selbstverständlichkeit.

Da lob ich mir das Erntedankfest in Spitz an der Donau. Der Wein bildet bei diesem Brauchtumsfest den Mittelpunkt.

Andere Welt,  noch keine 2 Flugstunden von hier. Bosnien und Herzegowina. 15 Jahren nach Ende des Krieges in Jugoslawien ein immer noch gebeuteltes Land. Abgeschnitten von Europa, mangels Bodenschätzen uninteressant für die G 20 Truppe. Und doch leben dort Menschen wie du und ich.  In der  katholische Kirche in Kiseljak – 20 km von Sarajevo – ist voll, wird 2 oder 3 mal am Sonntag die heilige Messe gelesen.

Die Menschen danken hier für die raren und fleckigen Früchte des Feldes, lesen Obst auf, sterilisieren oder maischen diese ein. Daraus entsteht ein liebevoll gebrannter Schnaps.  Darüber berichte ich in Kürze aus meiner Oktoberreise.

Stellvertretend für alle Ernten und Danke sagen an jemanden der uns das alles schenktDSC00160

 

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