Weinjahrgang 2009

Weinjahrgang 2009

Allerorten wird der Jahrgang 2009 als exzellenter Wein wegen dem hohen Mostgewicht vorgelobt. So auch in der  Badischen Zeitung vom 10. Oktober.2009.DSC00062WeißburgunderWeißer Burgunder am 20. September 2009 im Heitersheimer Maltesergarten.

Als Weinfreund freue ich mich selbstverständlich über diese Botschaft.  Doch die Frage stellt sich, warum wird die Aufsäuerung für uns in der Weinbauzone B  kurzfristig genehmigt? Eigentlich nur vorgesehen für Weinbauzonen in der Gruppe C  II. und C III.  Im Sonnenjahr 2003 hatten wir eine ähnliche Reifesituation.

DSC00154eingetrocknete Rotweintrauben2Rosinen  im Heitersheimer Maltesergarten am 10. Oktober 2009 ?

Unsere Weinmacher haben mit der Zugabegenehmigung von Wein- Äpfel- oder Milchsäure  ein wirkungsvolles Hilfsmittel zur Seite.  Die Aufsäuerung ist laut meiner Umfrage bei den Weingütern nur teilweise nötig.  Säure und pH-Wert hatten kaum Defizite.

Offensichtlich wird das Mostgewicht –  in Ferdinands Öchslewaage  oder in KMW bzw. Brix gemessen – als nahezu alleiniger Indikator für einen guten Jahrgang angesehen .  Über 105°  Grad Oechsle beim Spätburgunder, Silvaner und Muskateller  ergeben durchgegoren nahezu 14  % vol. Alkohol.

Bei der WG Oberrotweil  wurde ein Kerner mit 119 Grad Oechsle abgeliefert. Alc. vol  ca. 15 %.

Wie die BZ schreibt, soll eine stürmische Gärung der Moste helfen, den Alkohol in Grenzen zu halten. In bestimmten o,.. % – Bereichen ja,  jedoch mit dem Nachteil, dass bei einer solchen schnellen Gärung die Aromastoffe mit in die Luft gehen.

Alkoholbetonte Weine mit 13,5 oder mehr sind nicht mehr Trend.  So auch in der heutigen Ausgabe „Der Sonntag“ von Herrn Wilfried Dörr, Vorstand vom Winzerkeller Breisach. Hier beginnt die Thematik zu hoher Mostgewichte.

Wie verhält es sich mit dem:

R e i f e g r a d grob bestehend  aus:  Mostgewicht, Gesamtsäure ,  pH-Wert,  Ammonium,  Kalium,  Weinsäure,  Äpfelsäure und dem NOPA GrapeScan

G e s u n d h e i t s g r a d wie: Flüchtige Säure,  Glycerin und dem Glucose / Fructose Verhältnis

Erste Aussagen: Konzentrierung der Aromen in der Traube,  Frucht- und Gerbstoffanreicherung, Säure und pH-Wert im Normbereich.  NOPA GrapeScan Ergebnisse liegen bei vielen Betrieben noch nicht vor, weil die technische Voraussetzung fehlt.

Nach der Lese ist vor der Lese.

Wir dürfen uns ruhig Gedanken machen hinsichtlich der globalen Erwärmung und dem damit verbundenen Einfluss auf unsere Rebkulturen.

Speziell im Markgräflerland müssen wir uns künftig voraussichtlich auf sehr trockene und heiße  Sommermonate einstellen. Das mediterrane Ausläuferklima fließt durch die Burgunder Pforte zu uns und beeinflusst Mikroklima und Wachstum. Zu hohe Mostgewichte sind nicht förderlich für den Konsum.

Sind die heutigen Rebsorten für die Zukunft angepasst ?

Ist eine Entlaubung heutiger Praxis überhaupt sinnvoll?

Sind die Rebabstände mit bis zu 2 Metern nicht zu weit auseinander?

Ist ein konsequenter  Rückschnitt der Reben in jedem Jahr notwendig?

Diese Fragen werden in den nächsten Beiträgen näher hinterfragt.

Ein Gedanke zu „Weinjahrgang 2009

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